Auf dem Weg nach Europa

Hallo Karlo,

so allmälich wird uns bewusst, dass wir keine Verlängerung des Karibikurlaubs gebucht haben. Der permanente Sonnenschein hat sich zugunsten einer durchwachsenen Wetterwelt verändert. Vergangene Nacht während Wilfrieds und Werners Wache gab es zum ersten Mal einen richtigen, lang anhaltenden Regenguss, der zumindest den Vorteil hatte, die Cockpitbänke vom Salzbezug zu reinigen, der ansonsten dafür gesorgt hat, dass die Bänke feucht wurden, sobald die Sonne weg war.

Ich habe heute Vormittag einige Stunden meiner Wache in meiner Koje verbracht - nicht etwa um relaxen, sonder wieder einmal im Reparatur-Einsatz im äußersten Kojenwinkel. Lena opferte einen Großteil ihrer Freiwache, um mich bei meiner Steuerungsaufgabe zu vertreten. Heute am frühen Morgen sind unsere sämtlichen Navi-Instrumente ausgefallen. Eine gründliche Untersuchung des Verknüpfungspunktes verschiedener Einzelinstrumente, brachte zwei Dinge zum Vorschein: 1. hat sich der von Heike so gelobte Phillipe als unverantwortlicher Kurpfuscher erwiesen, dessen dringend empfohlene "Absicherung der Leitungsverbindungen" aus einem Hochbinden der Lüsterklemme bestand, damit sie dem Betrachter aus dem Blickfeld verschwindet und 2. die Erkenntnis, dass offensichtlich ein Kabelbruch an einer nicht zugänglichen Stelle Ursache des Problems ist. Immerhin konnte durch Herauslösen der Signalleitung des Autopiloten dessen Funktion erhalten bleiben konnte. Wir navigieren jetzt mit dem  Garmin, für dessen Aufladung wir eine Zeit lang motorten.

Ansonsten - insbesondere seglerisch - ein Lob an die Heide-Witzka (und ihre Crew!): nur unter zeitweise gereffter Genua erreichten wir bei raumem Wind zwischen 20 und 30 Knoten heute ein Etmal von 152 sm. Der Wind wird uns auch bis zum Wochenende erhalten bleiben, da die Amis es nicht lassen können, uns ihre Tiefs auf den Hals zu schicken. Aber immerhin bringen sie den Westwind dahin, wo wir ihn brauchen können.

So long!

Norbert

HW auf 29°18'N, 51°07'W

Position am 03042014

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