Inselhopping in der Karibik

Nach Ankunft auf St. Lucia folgt im 14-Tage-Rhythmus Insel-Hopping von der feinsten Art, bevor am 15. März der letzte Teil der Reise, die Rückführung nach Europa in Angriff genommen wird.

Unsere »Heide-Witzka« wird die Karibik im Dezember 2013 erreichen. Zu diesem Zeitpunkt wird sie schon über 3000 sm gesegelt sein. Von St. Lucia aus beginnt der »Karibik-Törn« entlang der »Kleinen Antillen« mit ihrer Vielzahl an Inseln und Palmenbuchten, mit den beständigen Klima- und Windverhältnissen, der atemberaubenden Unterwasserwelt und der guten touristischen Infrastruktur. Sie bieten alle nur möglichen Voraussetzungen für ein erlebnisreiches Segeln auf den Spuren der Entdecker, Piraten und Abenteurer. Hier wird für viele von uns der Traum von der letzte Freiheit wahr.

 

Die heutige karibische Gesellschaft in diesem einmaligen Schmelztiegel der Rassen und Kulturen ist bis heute mit dem Erbe einer nach Hautfarbe und Herkunft geformten Hierarchie behaftet. Die chaotische Mischung von Rassen, Regierungs- und Wirtschaftsformen mit den religiösen Ausprägungen ist einzigartig auf dieser Erde. Nirgendwo sonst führen so viele Wege zu Gott wie in dem Mikrokosmos Antillen.  Die politische Zersplitterung der Kleinen Antillen ist recht kompliziert. Entsprechend häufig müssen die Gastlandflagge gewechselt und Ein- bzw. Ausklarierungsformalitäten erledigt werden.

St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen mit ihren 33 Inseln, Dominica, Antigua und Barbuda sowie Barbados sind
Mitglieder des British Commonwealth, allerdings in höchst unterschiedlicher Ausprägung der Autonomie und Staatsform. Als »Seperate British Dependency« ist Anguilla am engsten mit der früheren Kolonialmacht verbunden, verfügt aber über ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung.
Martinique und Guadeloupe sind seit 1947 französische Übersee-Departments, sie gehören zum französischen Mutterland und damit auch zur Europäischen Gemeinschaft. Die Währung ist wie bei uns der »Euro«.

St. Maarten ist Mitglied der »Union der Niederländischen Antillen und Aruba«. Das Gebiet gehört zu den Niederlanden, hat aber den Sonderstatus der inneren Autonomie. Die karibischen Inseln liegen im Bereich der stetigen Passatwinde des Nordatlantiks. Das Klima ist tropisch warm und inden Sommermonaten feucht schwül. Die Tagestemperaturen sind das ganze Jahr über ziemlich konstant und betragen im Jahresmittel 26,7° Celsius. Nachts kühlt es merklich ab. Vom späten November bis Anfang Juni gibt es kaum Niederschläge. Bisweilen bringt ein kräftiger Regenschauer die ersehnte Abkühlung.

Die Navigation an fernen Küsten und in unbekannten Gewässern ist eine der großen Herausforderungen für Skipper und Crew. Im Gegensatz zu unseren heimischen, gut betonnten und befeuerten Revieren sind auf den Kleinen Antillen Gefahrenstellen selten oder gar nicht gekennzeichnet. Oft sind die in der Karte eingetragenen Tonnen nicht auffindbar, weil vertrieben oder eingeholt. Das Fehlen künstlicher Landmarken und Seezeichen wie Leuchtfeuer und Tonnen erschwert die bewährte terrestrische Navigation. Der guten, alten »Augapfel-Navigation« kommt insbesondere in Küstennähe wieder eine besondere Bedeutung zu.  

Bernd Horn

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